Festgeld-Vergleich 2026

Aktuelle Festgeldzinsen im Vergleich

Mit Festgeld legst du Geld für eine feste Laufzeit zu einem garantierten Zinssatz an, von einem Monat bis zu zehn Jahren. Der Zins steht ab Vertragsabschluss fest, Kursschwankungen gibt es nicht, und Einlagen sind in der EU bis 100.000 € pro Bank gesetzlich abgesichert. Als Freelancer oder Selbstständiger kannst du so Rücklagen, die du eine Weile nicht brauchst, sicher verzinsen, etwa für die nächste Steuerzahlung oder als festen Baustein deiner Geldanlage. In unserem Vergleich siehst du Zinsen, Zinsertrag, Einlagensicherung und Bedingungen deutscher und europäischer Banken auf einen Blick. Gib einfach Anlagebetrag und Laufzeit ein und finde das Festgeldkonto, das zu dir passt.

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Dieser Vergleich berücksichtigt eine Auswahl beliebter Anbieter; alle Daten in der Tabelle werden i. d. R. mehrmals jährlich anbieterübergreifend überprüft. Zwischenzeitliche Änderungen einzelner Anbieter sind daher möglicherweise nicht berücksichtigt. Für Aktualität und Richtigkeit übernehmen wir keine Gewähr. Unsere Inhalte sind objektiv recherchiert und redaktionell unabhängig. Um sie kostenlos bereitzustellen, werden teils Klicks auf Verlinkungen wie „Zum Angebot“ vergütet. Nicht berücksichtigt sind externe Kosten wie Börsen-, Handelsplatz- oder Maklergebühren sowie zeitlich befristete Aktionsangebote und Sonderkonditionen, z. B. für besonders handelsaktive Personen mit mehreren Hundert oder Tausend Transaktionen pro Jahr. Bei den mit * gekennzeichneten Links erhalten wir bei einem Vertragsabschluss eine Vergütung. Für dich entstehen dadurch keine Mehrkosten.

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Festgeld Vergleich 2026: Die besten Zinsen für Selbstständige

Du hast Geld, das du in den nächsten Monaten oder Jahren nicht brauchst, und willst es sicher und planbar anlegen: Genau dafür gibt es Festgeld. Du legst einen festen Betrag für eine feste Laufzeit an und bekommst dafür einen Zins, der sich nicht mehr ändert. Seit die EZB den Einlagesatz 2026 in zwei Schritten auf 2,50 % angehoben hat, interessieren sich wieder mehr Sparer für Festgeld. Als Selbstständiger hast du dabei besondere Fragen: Wie viel deiner Rücklagen darfst du binden, wie passen Laufzeiten zu Steuerterminen und Investitionen, und was bringt Festgeld im Vergleich zum Tagesgeld wirklich? Dieser Ratgeber beantwortet sie mit aktuellen Zahlen.

Wichtig vorab: Festgeld ist kein Instrument für Vermögensaufbau und kein Ersatz für deinen Notgroschen. Es ist ein Werkzeug für Geld, dessen Verwendungszeitpunkt du kennst.

Was ist Festgeld und wie funktioniert es?

Festgeld ist eine Geldanlage bei einer Bank mit fester Laufzeit und festem Zinssatz. Du zahlst den Anlagebetrag zu Beginn ein, die Bank verzinst ihn bis zum Ende der Laufzeit, und danach bekommst du dein Kapital plus Zinsen zurück. Die Laufzeit reicht je nach Anbieter von wenigen Monaten bis zu mehreren Jahren. Zinssatz und Laufzeit stehen beim Abschluss fest, die Bank kann sie nicht nachträglich ändern. Das unterscheidet Festgeld grundlegend vom Tagesgeld.

Drei Kriterien entscheiden darüber, ob ein Angebot zu dir passt: die Laufzeit, also wie lange das Geld gebunden ist, der Zins, der für die gesamte Laufzeit garantiert wird, und die Einlagensicherung, die dein Geld bei einer Bankpleite schützt. Die meisten Filial- und Direktbanken bieten Festgeld an, dazu kommen Banken aus anderen EU-Ländern und Vergleichsplattformen, über die du bei mehreren Banken anlegen kannst.

Ein wichtiger Punkt für die Planung ist die Zinszahlung. Manche Anbieter zahlen die Zinsen jährlich aus, andere erst am Ende der Laufzeit. Das beeinflusst, wann du über die Erträge verfügen kannst und in welchem Jahr sie versteuert werden. Wir kommen darauf im Abschnitt zu den Steuern zurück.

⚠️ Festgeld ist kein Tagesgeld

Festgeld ist erst nach Laufzeitende wieder verfügbar. Tagesgeld kannst du dagegen jederzeit abheben, es hat keine feste Laufzeit und einen variablen Zins. Dafür zahlt Festgeld im Schnitt etwas mehr. Wer Geld für den Ernstfall braucht, legt es nicht ins Festgeld.

Aktuelle Festgeldzinsen 2026: So hoch sind die Zinsen

Festgeldzinsen orientieren sich am Leitzins der EZB und an den Erwartungen der Banken für die kommenden Jahre. Der Einlagesatz liegt seit dem 16. September 2026 bei 2,50 %, nach zwei Erhöhungen im Juni und September. Der aktuelle Zinsradar (Ausgabe 10/2026) zeigt, was daraus bei den Anbietern geworden ist:

Laufzeit Spitzen­zins Durch­schnitt
1 Jahr 3,49 % 2,57 %
3 Jahre 3,75 % 2,71 %
5 Jahre 3,83 % 2,68 %

Quelle: Zinsradar 10/2026, Stand Oktober 2026. Zinsen ändern sich laufend, maßgeblich sind die Angaben des Anbieters.

Zwischen dem besten und dem durchschnittlichen Angebot liegen je nach Laufzeit zwischen 0,9 und 1,2 Prozentpunkte. Das ist weniger als beim Tagesgeld, wo fast 1,9 Prozentpunkte zwischen Spitze und Durchschnitt liegen, zeigt aber: Auch beim Festgeld lohnt der Vergleich. Interessant ist außerdem das Verhältnis der Laufzeiten. Wer statt eines Jahres fünf Jahre bindet, erhält in der Spitze nur 0,34 Prozentpunkte mehr. Im Durchschnitt zahlt die Fünf-Jahres-Laufzeit mit 2,68 % sogar etwas weniger als die Drei-Jahres-Laufzeit mit 2,71 %.

Auch der Vergleich mit dem Tagesgeld lohnt einen Blick: Der Durchschnitt beim Tagesgeld liegt bei 2,27 % und damit unter dem Festgeld-Durchschnitt von 2,57 % bis 2,71 %. Der Spitzenzins beim Tagesgeld liegt mit 4,15 % allerdings über allen Festgeld-Spitzen. Er ist aber meist ein befristeter Aktionszins für Neukunden. Der Vorteil von Festgeld ist deshalb weniger der höhere Zins als die Garantie: Du weißt heute, was du in drei oder fünf Jahren bekommst.

💡 Gut zu wissen: Längere Laufzeit heißt nicht automatisch mehr Zins

Normalerweise zahlen Banken für längere Bindung mehr, weil sie ein größeres Zinsänderungsrisiko tragen. Erwarten Marktteilnehmer sinkende Zinsen, kann das Verhältnis kippen: Dann liegen kurze Laufzeiten über langen. Fachleute sprechen von einer inversen Zinsstruktur. Aktuell ist die Kurve flach, die Unterschiede zwischen den Laufzeiten sind klein.

Welche Festgeld-Laufzeit passt zu dir?

Die Wahl der Laufzeit ist die wichtigste Entscheidung beim Festgeld. Sie hängt vor allem davon ab, wann du das Geld brauchst. Wer in zwölf Monaten einen größeren Betrag für eine Investition oder eine Steuernachzahlung benötigt, wählt eine Laufzeit, die kurz vor diesem Termin endet. Die Rendite spielt dabei erst die zweite Rolle.

Daneben beeinflusst die Zinserwartung die Entscheidung. Ein Beispiel: Du bindest dein Geld für fünf Jahre zu 3,75 %. Steigen die Zinsen schon nach einem Jahr auf 4,50 %, bist du für die restlichen vier Jahre an den niedrigeren Satz gebunden und verpasst den Aufschlag. Sinken sie dagegen auf 2,50 %, hast du dir ein überdurchschnittliches Niveau gesichert. Dieses Zinsänderungsrisiko trägst du bei jedem Festgeld.

Wie es mit den Zinsen weitergeht, weiß niemand sicher. Für die EZB-Sitzung Ende Oktober gilt eine Pause als wahrscheinlichstes Szenario. Für Dezember sahen die Terminmärkte Anfang September eine Wahrscheinlichkeit von rund 57 % für eine weitere Anhebung auf 2,75 %, während eine Reuters-Umfrage unter Volkswirten mehrheitlich ein unverändertes Niveau bis Mitte 2027 erwartete. Prognosen sind keine Beschlüsse. Verlasse dich deshalb nicht auf eine Wette, sondern auf eine robuste Struktur, zum Beispiel eine Zinstreppe, die wir weiter unten erklären.

Dein Ziel Passende Laufzeit Warum
Geld für Steuer­zahlung oder Anschaffung Bis kurz vor dem Termin Zins­änderungen sind egal, die Fälligkeit zählt
Zinsniveau sichern Mittel bis lang (3 bis 5 Jahre) Bei sinkenden Zinsen von Vorteil
Flexibel bleiben Kurz (6 bis 12 Monate) oder Zins­treppe Geld wird regel­mäßig frei

Rechenbeispiel: Was Festgeld in Euro bringt

Die folgende Tabelle zeigt, wie viel Zinsen du über die gesamte Laufzeit erhältst, wenn du jeweils den aktuellen Spitzenzins zugrunde legst. Gerechnet ist vereinfacht ohne Zinseszins und vor Steuern:

Anlage­betrag 1 Jahr (3,49 %) 3 Jahre (3,75 %) 5 Jahre (3,83 %)
10.000 € 349 € 1.125 € 1.915 €
25.000 € 873 € 2.813 € 4.788 €
50.000 € 1.745 € 5.625 € 9.575 €

Die Zahlen zeigen vor allem eines: Bei einem Jahr Laufzeit sind es 3,49 % pro Jahr, bei fünf Jahren 3,83 %. Die längere Bindung bringt bei 50.000 € also rund 170 € pro Jahr mehr, bindet das Geld aber vier Jahre länger. Ob dir das reicht, hängt davon ab, wie sicher du sein kannst, dass du es nicht vorher brauchst.

Zum Vergleich mit dem Tagesgeld: Legst du 50.000 € ein Jahr lang zum Durchschnittszins von 2,27 % auf Tagesgeld, sind es rund 1.135 €. Festgeld mit dem Spitzenzins von 3,49 % bringt 1.745 €, also rund 610 € mehr. Der Unterschied verschwindet allerdings, wenn du beim Tagesgeld einen Spitzenzins findest. Der Vorteil von Festgeld liegt deshalb in der Planbarkeit, nicht in einer garantiert höheren Rendite.

Wie sich Zinsen und Teuerung zueinander verhalten, zeigt der nächste Abschnitt zur Inflation.

⚠️ Wichtig: Modellrechnung, keine Prognose

Die Beträge sind gerundet, ohne Zinseszins und gelten vor Steuern. Sie zeigen, was bei dem jeweiligen Zinssatz herauskäme, nicht, was du bei deinem Anbieter bekommst. Spitzenzinsen sind oft an Bedingungen wie Mindest- oder Höchstanlage geknüpft.

Festgeld und Inflation: Was bleibt real übrig?

Ein fester Zins ist eine sichere Zahl, aber nicht automatisch ein sicherer Kaufkraftgewinn. Entscheidend ist der Realzins, also der Zins abzüglich der Teuerung. Im September 2026 lag die Inflationsrate in Deutschland vorläufig bei 3,3 %. Der beste Ein-Jahres-Zins von 3,49 % liegt damit vor Steuern knapp darüber, der Durchschnitt von 2,57 % deutlich darunter.

Ein Beispiel mit 10.000 € für ein Jahr: Zum Spitzenzins bekommst du 349 € Zinsen. Weil das unter dem Sparerpauschbetrag von 1.000 € liegt, fällt bei gültigem Freistellungsauftrag keine Steuer an. Du hast dann 10.349 €, während dieselben Waren und Dienstleistungen bei 3,3 % Teuerung 10.330 € kosten. Du gewinnst rund 19 € Kaufkraft. Zum Durchschnittszins von 2,57 % hättest du nur 10.257 € und verlierst rund 73 € Kaufkraft.

Bei größeren Beträgen schlägt die Steuer zu. Auf 50.000 € bringt der Spitzenzins von 3,49 % im Jahr 1.745 € Zinsen. Nach Abzug des Freibetrags von 1.000 € sind 745 € steuerpflichtig, die Steuer beträgt rund 196 €. Netto bleiben etwa 1.549 €, das entspricht rund 3,10 % und liegt knapp unter der Inflationsrate. Ein leicht negativer Realzins ist also auch beim besten Festgeld möglich, sobald der Freibetrag ausgeschöpft ist.

Wichtig für längere Laufzeiten: Der Zins ist fest, die Inflation nicht. Bei fünf Jahren Laufzeit weißt du heute nicht, ob die Teuerung auf 2 % sinkt oder wieder steigt. Sinkt sie, profitierst du von deinem festen Zins. Steigt sie, verlierst du real. Festgeld schützt dein Kapital vor Kursverlusten, aber nicht vor Kaufkraftverlust. Für Geld mit sehr langem Anlagehorizont sind deshalb andere Anlageformen sinnvoll, die Sachwerte abbilden, allerdings mit Kursrisiko.

Worauf du beim Festgeld achten solltest

Wer Festgeld abschließt, bindet sein Geld vertraglich. Umso wichtiger ist es, das Angebot vorher gründlich zu prüfen. Diese Punkte solltest du kennen:

  • Zinszahlung: Wird der Zins jährlich ausgezahlt oder erst am Ende? Bei jährlicher Auszahlung hast du früher Zugriff auf die Erträge, und die Steuer verteilt sich auf mehrere Jahre. Wie das wirkt, siehst du im Abschnitt zu den Steuern.
  • Mindest- und Höchstanlage: Je nach Anbieter gilt der Zins nur für bestimmte Beträge. Manche verlangen ab wenigen Hundert, andere erst ab mehreren Tausend Euro, und einige begrenzen die Summe nach oben.
  • Einlagensicherung und Land: Prüfe, wo die Bank sitzt und welche Sicherung gilt. Wie sie funktioniert, erklären wir weiter unten.
  • Steuerabzug: Führt die Bank die Abgeltungsteuer automatisch ab, oder musst du die Zinsen selbst erklären? Bei Banken im Ausland ist Letzteres meist der Fall.
  • Eröffnung: Du brauchst ein Girokonto als Referenzkonto und eine Legitimation per Video-Ident, eID oder Postident.
  • Ende der Laufzeit: Was passiert nach Ablauf? Wird das Geld ausgezahlt, oder verlängert sich der Vertrag?

Zum letzten Punkt noch eine Empfehlung: Manche Banken bieten eine automatische Wiederanlage an, das Geld wird dann zu den dann gültigen Konditionen erneut gebunden. Das ist bequem, aber nicht immer vorteilhaft. Vielleicht brauchst du das Geld gerade für etwas anderes, oder ein anderer Anbieter zahlt deutlich mehr. Besser ist es, vor dem Ablauf die aktuellen Angebote zu vergleichen und dann bewusst zu entscheiden. Prüfe in den Vertragsbedingungen, wie dein Anbieter das regelt, und notiere dir das Laufzeitende im Kalender.

Festgeld vorzeitig kündigen: Geht das?

In der Regel nein. Der Vertrag sieht vor, dass dein Geld bis zum Ende der Laufzeit bei der Bank bleibt. Die Bank nutzt es ihrerseits am Markt und plant mit der Laufzeit. Ein ordentliches Kündigungsrecht gibt es deshalb meist nicht. Die genauen Regeln stehen in den Vertragsbedingungen, lies sie vor dem Abschluss.

Eine Ausnahme ist die Kündigung aus wichtigem Grund. Sie ist rechtlich möglich, aber an hohe Hürden geknüpft: Bloßer Geldbedarf reicht dafür in der Regel nicht aus. Beim Tod des Kontoinhabers räumen viele Banken den Erben eine Sonderkündigung ein, auch das variiert je nach Anbieter. Manche Banken bieten außerdem eine vorzeitige Auflösung an, dann musst du allerdings mit Abschlägen oder zusätzlichen Kosten rechnen, die den Zinsertrag schmälern können.

Für Selbstständige ist das ein wichtiger Punkt, denn deine Einnahmen schwanken. Eine Auftragsflaute oder eine unerwartete Steuernachzahlung kann Geld erfordern, das im Festgeld gebunden ist. Deshalb gilt: Lege nur Geld ins Festgeld, das du innerhalb der Laufzeit sicher nicht brauchst, und behalte einen ausreichenden Notgroschen auf dem Tagesgeld.

⚠️ Plane lieber vorsichtiger

Kalkuliere die Laufzeit so, dass auch bei schwachen Monaten kein Zugriff nötig wird. Investiere nicht dein gesamtes Erspartes ins Festgeld, sondern halte drei bis sechs Monatsausgaben als täglich verfügbare Rücklage bereit.

Zinstreppe: So bleibst du beim Festgeld flexibel

Eine Zinstreppe, auch Festgeldleiter genannt, verteilt dein Geld auf mehrere Laufzeiten. Statt alles auf eine Laufzeit zu setzen, teilst du den Betrag und legst die Teile zu unterschiedlichen Fristen an. Dadurch wird regelmäßig ein Teil frei, den du neu anlegen oder für etwas anderes verwenden kannst. Das macht dich flexibler und senkt das Risiko, im ungünstigsten Moment alles gebunden zu haben.

Ein Beispiel mit 30.000 € und den aktuellen Spitzenzinsen:

Teilbetrag Laufzeit Zins p. a. Zinsen pro Jahr
10.000 € 1 Jahr 3,49 % 349 €
10.000 € 3 Jahre 3,75 % 375 €
10.000 € 5 Jahre 3,83 % 383 €

Zusammen ergeben sich im ersten Jahr 1.107 € Zinsen, das entspricht einem gemischten Zins von rund 3,69 %. Nach einem Jahr werden 10.000 € frei. Du entscheidest dann, ob du sie erneut anlegst, vielleicht zu besseren Konditionen, oder für etwas anderes brauchst. Nach drei Jahren wird der nächste Teil frei, und so weiter. Steigen die Zinsen, profitierst du bei jeder Neuanlage. Fallen sie, hast du einen Teil zu den alten, höheren Konditionen gesichert.

Die Zinstreppe verlangt etwas Organisation: Du musst mehrere Fälligkeiten im Blick behalten, und jeder Teilbetrag braucht eine eigene Anlage. Dafür sparst du dir die Wette auf die Zinsentwicklung. Gerade für Selbstständige, deren Geldbedarf nicht immer vorhersehbar ist, ist das oft die entspanntere Lösung.

Was passiert am Ende der Laufzeit?

Zum Laufzeitende hin informieren Banken ihre Kunden meist schriftlich oder im Online-Postfach. Danach gibt es im Kern zwei Möglichkeiten: Entweder wird das Geld, also Anlagebetrag plus Zinsen, auf dein Referenzkonto überwiesen. Oder der Vertrag verlängert sich und das Geld wird erneut für eine Laufzeit gebunden, in der Regel zu den dann gültigen Konditionen. Welche Variante bei deinem Anbieter gilt und wie lange du widersprechen kannst, steht in den Vertragsbedingungen. Lies das vor dem Abschluss, nicht erst, wenn die Frist läuft.

Eine automatische Verlängerung ist bequem, aber selten die beste Wahl. Der neue Zins entspricht dem Angebot der Bank zum Verlängerungszeitpunkt, und das muss nicht das beste am Markt sein. Schon ein halber Prozentpunkt Unterschied macht bei 30.000 € rund 150 € im Jahr aus. Außerdem hast du vielleicht inzwischen andere Pläne für das Geld, etwa eine Investition oder eine Steuerzahlung.

So gehst du am besten vor:

  1. Termin notieren: Trage das Laufzeitende mit einigen Wochen Vorlauf in deinen Kalender ein.
  2. Angebote vergleichen: Vergleiche die aktuellen Festgeldangebote mit dem Angebot deiner Bank.
  3. Entscheiden: Binde den gesamten Betrag oder nur einen Teil erneut, den Rest kannst du auf dem Tagesgeld halten.
  4. Konten prüfen: Kontrolliere Referenzkonto und Freistellungsaufträge. Wird der Zins am Ende gezahlt, fällt ein größerer Ertrag in einem Jahr an.

Beachte außerdem, dass die Auszahlung an einem Bankarbeitstag erfolgt. Fällt das Laufzeitende auf ein Wochenende oder einen Feiertag, kommt das Geld in der Regel erst am nächsten Bankarbeitstag an. Wer das Geld für einen festen Termin braucht, etwa eine Steuerzahlung am 10. des Monats, sollte die Laufzeit daher mit einigen Tagen Puffer planen.

Festgeld für Selbstständige: Welches Geld gehört hinein?

Nicht jede Rücklage eignet sich fürs Festgeld. Als Selbstständiger solltest du dein Geld nach dem Zeitpunkt sortieren, an dem du es brauchst:

  • Notgroschen: Drei bis sechs Monatsausgaben gehören auf das Tagesgeld, nicht ins Festgeld. Du musst jederzeit ohne Abschlag darauf zugreifen können.
  • Steuerrücklage: Hier kommt es auf den Termin an. Einkommensteuer-Vorauszahlungen sind am 10. März, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember fällig. Planbare Beträge kannst du auf eine Laufzeit legen, die kurz vor dem Termin endet. Für unerwartete Nachzahlungen bleibt ein Teil auf dem Tagesgeld.
  • Geplante Investitionen: Für einen Rechner, ein Fahrzeug oder einen Umbau in zwölf Monaten kann Festgeld passen, wenn der Termin feststeht und der Betrag nicht früher gebraucht wird.
  • Überschüsse ohne konkretes Ziel: Wenn du über den Notgroschen hinaus Geld hast, das du mehrere Jahre nicht brauchst, ist Festgeld eine Option. Für langfristigen Vermögensaufbau und die Altersvorsorge kommen auch ETF-Sparplan, Basisrente oder das Altersvorsorgedepot ab 2027 in Frage.

Ein Beispiel: Du erwartest im März 2027 eine Steuernachzahlung von 6.000 € und planst für Herbst 2027 einen neuen Rechner für 4.000 €. Beide Beträge sind planbar. Du legst 6.000 € bis Anfang März und 4.000 € bis Spätsommer fest und verzinst sie bis dahin besser als auf dem Tagesgeld. Ein Puffer von drei bis sechs Monatsausgaben bleibt davon unberührt.

Festgeld für Freiberufler, Einzelunternehmer und GmbH: Privat oder Firma?

Die meisten Festgeldangebote richten sich an Privatkunden. Als Freiberufler oder Einzelunternehmer eröffnest du das Konto auf deinen Namen, so wie jeder andere Privatkunde. Dein Girokonto dient als Referenzkonto, ob es ein privates oder dein Geschäftskonto sein darf, regelt die Bank in ihren Bedingungen. Wer eine Kapitalgesellschaft wie GmbH oder UG führt, kann mit einem Privatangebot in der Regel nicht für die Gesellschaft anlegen. Dafür gibt es Firmenangebote, die oft höhere Mindestbeträge und andere Konditionen haben.

Steuerlich entscheidet die Zuordnung des Geldes. Liegt das Festgeld in deinem Privatvermögen, sind die Zinsen Kapitalerträge mit Abgeltungsteuer, Sparerpauschbetrag und Freistellungsauftrag. Ordnest du das Geld bewusst deinem Betrieb zu, zählen die Zinsen in der Regel zu den Betriebseinnahmen und werden mit deinem persönlichen Steuersatz versteuert. Der Sparerpauschbetrag gilt dafür nicht. Bei der Einnahmenüberschussrechnung zählen die Zinsen in dem Jahr, in dem sie dir zufließen, Bilanzierende müssen sie dagegen periodengerecht abgrenzen. Wie du dein Geld zuordnest, klärst du am besten mit deinem Steuerberater, bevor du größere Beträge bindest.

Auch bei der Laufzeit lohnt sich der Blick auf deine Planung. Betriebliche Rücklagen für eine Anschaffung oder eine Umsatzsteuerzahlung kannst du mit einer passenden Laufzeit festlegen. Private Rücklagen wie die für die Einkommensteuer sind dagegen Privatsache. Halte beides getrennt, damit du jederzeit weißt, welches Geld zu welchem Zweck gebunden ist und wann es frei wird. Bei einer Kapitalgesellschaft gilt: Die Zinsen sind Betriebseinnahmen der GmbH oder UG und unterliegen der Körperschaftsteuer. Private und gesellschaftliche Gelder gehören nicht in dasselbe Festgeld.

💡 Tipp: Zuordnung vorab mit dem Steuerberater klären

Wenn du Festgeld betrieblich nutzt, sprich vorher mit deinem Steuerberater über Zuordnung, Buchung der Zinsen und die Steuerlast. Eine falsche Zuordnung lässt sich im Nachhinein nur schwer korrigieren.

Wie sicher ist Festgeld? Einlagensicherung und Länderrisiko

Festgeld gilt als sehr sichere Anlage, denn es gibt keine Kursschwankungen. Am Ende der Laufzeit bekommst du dein eingezahltes Kapital und die vereinbarten Zinsen zurück. Das Risiko liegt weniger im Markt als bei der Bank selbst: Wird sie zahlungsunfähig, schützt die gesetzliche Einlagensicherung Guthaben bis 100.000 € pro Kunde und Bank. Diese Grenze gilt EU-weit und gilt für Festgeld genauso wie für Tagesgeld und Girokonto.

Die Sicherung gilt pro Bank, nicht pro Konto. Hast du bei einer Bank Girokonto, Tagesgeld und Festgeld, werden die Beträge zusammengerechnet. Bei Gemeinschaftskonten gilt sie pro Kontoinhaber, ein Paar ist bis 200.000 € geschützt. Als Selbstständiger solltest du außerdem bedenken: Konten, die auf dich lauten, werden in der Regel zusammengerechnet, auch wenn du ein Geschäftskonto als Einzelunternehmer oder Freiberufler hast. Bei größeren Beträgen lohnt es sich daher, das Festgeld auf mehrere Banken zu verteilen.

Viele Banken gehören zusätzlich einem freiwilligen Sicherungssystem an, das höhere Summen abdeckt. Das ist aber keine Pflicht, und die Leistungen unterscheiden sich. Bei Banken im Ausland solltest du dich besonders genau informieren, welches Sicherungssystem gilt. Im „Informationsbogen für den Einleger“, den dir die Bank vor Vertragsabschluss gibt, findest du die wichtigsten Angaben.

Auch die Bonität des Landes spielt eine Rolle. Die Einlagensicherung wird von den jeweiligen Staaten garantiert. Reicht das Sicherungssystem der Banken in einer schweren Krise nicht aus, müssen die Staaten einspringen. Je kreditwürdiger das Land, desto geringer das Restrisiko. Wer sein Geld im Ausland anlegt, sollte deshalb auf Länder mit hoher Bonität achten. Einige Festgeldplattformen ermöglichen es, über ein Konto bei mehreren Banken anzulegen. Prüfe dann, welche Bank deine Einlage tatsächlich hält und wie sie abgesichert ist.

💡 Warnsignal: Zinsen weit über dem Markt

Ein Angebot, das den Marktdurchschnitt deutlich übertrifft, sollte dich misstrauisch machen. Prüfe Sitzland, Sicherungssystem und Bedingungen besonders genau, bevor du größere Summen anlegst. Ein paar Zehntel Prozentpunkte rechtfertigen kein Risiko für dein Kapital.

Festgeld versteuern: Das musst du wissen

Zinsen aus Festgeld sind Kapitalerträge. Die Bank führt dafür in der Regel 25 % Abgeltungsteuer plus 5,5 % Solidaritätszuschlag auf die Steuer ab, zusammen 26,375 %. Bist du kirchensteuerpflichtig, kommen 8 % (Bayern, Baden-Württemberg) oder 9 % (übrige Bundesländer) Kirchensteuer hinzu, der Gesamtsatz liegt dann bei rund 27,8 bis 28 %. Bis zu 1.000 € Kapitalerträge im Jahr (2.000 € bei Zusammenveranlagung) sind steuerfrei, wenn du bei deiner Bank einen Freistellungsauftrag erteilt hast.

Beim Festgeld kommt ein Punkt hinzu, den viele übersehen: der Zeitpunkt der Besteuerung. Zahlt die Bank die Zinsen erst am Ende der Laufzeit aus, fallen sie in der Regel in diesem Jahr gesammelt an und werden dann versteuert. Der Freibetrag gilt aber nur einmal pro Jahr. Ein vereinfachtes Beispiel mit 50.000 € für drei Jahre zu 3,75 %, ohne Zinseszins und ohne andere Kapitalerträge:

  • Zinszahlung am Laufzeitende: 5.625 € fallen in einem Jahr an. Nach Abzug des Freibetrags von 1.000 € sind 4.625 € steuerpflichtig, die Steuer beträgt rund 1.220 €. Netto bleiben 4.405 €.
  • Jährliche Zinszahlung: Jedes Jahr fallen 1.875 € an, nach Freibetrag sind es 875 €, die Steuer beträgt rund 231 € pro Jahr, zusammen 692 €. Netto bleiben 4.933 €.

Der Unterschied beträgt in diesem Beispiel rund 528 €, allein wegen des Freibetrags, den du bei jährlicher Zahlung dreimal nutzt. Achte deshalb nicht nur auf den Zins, sondern auch darauf, wie und wann er gezahlt wird. Wie die Besteuerung bei deinem Anbieter genau läuft, klärst du am besten mit deinem Steuerberater.

Automatischer Steuerabzug: Deutsche Banken führen die Steuer automatisch ab, du musst nichts weiter tun. Bei Banken im Ausland ist das meist nicht der Fall. Was dann gilt, erklärt der Abschnitt zu Banken im Ausland weiter unten.

💡 Freistellungsauftrag nicht vergessen

Ohne Freistellungsauftrag behält die Bank die Steuer ab dem ersten Euro ein. Du bekommst sie über die Steuererklärung zurück, bis dahin ist das Geld aber gebunden. Verteile den Freibetrag bei mehreren Banken so, dass die Summe 1.000 € nicht übersteigt. Liegt dein persönlicher Steuersatz unter 25 %, kannst du in der Steuererklärung eine Günstigerprüfung beantragen.

Festgeld bei Banken im Ausland: Sicherheit, Steuern und Quellensteuer

Gerade beim Festgeld locken Banken aus anderen EU-Ländern oft mit Zinsen über dem deutschen Durchschnitt. Das kann sich lohnen, bringt aber einige Besonderheiten mit. Sicher ist dein Geld dort bis 100.000 € pro Kunde und Bank, denn diese Mindestsicherung gilt in der gesamten EU und im EWR. Zuständig ist immer das Sicherungssystem des Landes, in dem die Bank ihren Sitz hat, auch wenn sie in Deutschland ein deutschsprachiges Angebot hat. Im „Informationsbogen für den Einleger“ steht, welches System gilt.

Ein Restrisiko bleibt: Reicht das Sicherungssystem in einer schweren Krise nicht aus, müssen die Staaten einspringen. Deshalb zählt die Kreditwürdigkeit des Landes. Je höher die Bonität, desto verlässlicher die Absicherung. Ungewöhnlich hohe Zinsen aus Ländern mit schwächerer Bonität sind oft ein Risikoaufschlag. Prüfe außerdem, ob das Konto in Euro geführt wird, denn bei Fremdwährungen kommt ein Wechselkursrisiko hinzu.

Bei der Steuer gilt: Banken im Ausland führen die deutsche Abgeltungsteuer in der Regel nicht ab. Du musst die Zinsen deshalb selbst in der Steuererklärung in der Anlage KAP angeben, dort wird auch der Sparerpauschbetrag berücksichtigt. Nicht angegebene Zinsen fallen den Behörden auf, denn die EU-Staaten tauschen Kontoinformationen automatisch aus. Gerade beim Festgeld solltest du den Zeitpunkt im Blick behalten: Werden die Zinsen erst am Ende ausgezahlt, musst du den gesamten Betrag in dem Jahr angeben, in dem er dir zufließt.

Zusätzlich kann je nach Land eine Quellensteuer auf Zinsen anfallen, also ein Steuerabzug direkt im Ausland. Existiert ein Doppelbesteuerungsabkommen, wird sie in der Regel auf die deutsche Steuer angerechnet, sonst zahlst du unter Umständen doppelt. Erkundige dich vor der Eröffnung, ob das Land Quellensteuer erhebt und wie die Anrechnung funktioniert. Wenn dir der Aufwand zu groß ist, bleibst du bei Banken aus Deutschland, die Steuer und Meldung automatisch erledigen.

💡 Rechne den Zinsvorteil gegen den Aufwand

Bei 20.000 € bringen 0,4 Prozentpunkte mehr Zins rund 80 € im Jahr. Dem stehen zusätzliche Steuererklärung, Quellensteuerprüfung und mögliche Risiken gegenüber. Je größer der Betrag und je stabiler das Land, desto eher lohnt sich der Schritt.

Vor- und Nachteile von Festgeld

Festgeld ist eine einfache und sichere Anlage, hat aber klare Grenzen. Diese Übersicht hilft dir bei der Einordnung:

  • Vorteil – Sicherheit: Keine Kursschwankungen, das Kapital und die vereinbarten Zinsen sind bis zur Sicherungsgrenze geschützt.
  • Vorteil – Planbarkeit: Der Zins steht für die gesamte Laufzeit fest, du weißt genau, was du am Ende bekommst.
  • Vorteil – Einfachheit: Eine Einzahlung genügt, du musst dich bis zum Ende um nichts kümmern.
  • Nachteil – keine Liquidität: Während der Laufzeit kommst du in der Regel nicht an dein Geld.
  • Nachteil – Zinsänderungsrisiko: Steigen die Zinsen, profitierst du nicht davon, bis die Laufzeit endet.
  • Nachteil – kein Besparen: Du musst den gesamten Betrag zu Beginn einzahlen. Regelmäßiges Sparen wie beim ETF-Sparplan ist nicht möglich.
  • Nachteil – begrenzte Rendite: Langfristig bieten breit gestreute ETFs höhere Renditechancen, allerdings mit Kursrisiko.

Festgeld passt zu jedem, der einen bestimmten Betrag angespart hat und ihn mittel- bis langfristig sicher anlegen möchte. Für langen Anlagehorizont und Altersvorsorge bieten andere Anlageformen bessere Chancen. Festgeld ist dafür kein Ersatz, aber ein sinnvoller sicherer Baustein.

Festgeld oder Tagesgeld: Was passt wofür?

Beide Anlageformen sind sicher, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede:

Kriterium Fest­geld Tages­geld
Verfüg­barkeit Erst nach Laufzeit­ende Täglich
Zins Fest für die Laufzeit Variabel, kann sich ändern
Zins (Ø, Zinsradar 10/2026) 2,57 bis 2,71 % 2,27 %
Einlagen­sicherung Ja, bis 100.000 € Ja, bis 100.000 €
Geeignet für Planbare Beträge Notgroschen, Steuer­rücklage

Für die meisten Selbstständigen ist die Kombination sinnvoll: Der Notgroschen und die Steuerrücklage liegen auf dem Tagesgeld, planbare Beträge, die frühestens in einigen Monaten gebraucht werden, im Festgeld. So nutzt du die Vorteile beider Anlageformen. Wie viel du jeweils brauchst, hängt von deinen Ausgaben und deinem Einkommen ab. Eine Anleitung dazu findest du in unserem Tagesgeld-Ratgeber.

Wie groß der Zinsvorteil in Euro ist, zeigt eine einfache Rechnung. Der Festgeld-Durchschnitt liegt mit 2,57 bis 2,71 % rund 0,30 bis 0,44 Prozentpunkte über dem Tagesgeld-Durchschnitt von 2,27 %. Bei 20.000 € sind das 60 bis 88 € im Jahr. Das ist nicht viel, verglichen mit der Bindung des Geldes. Der eigentliche Vorteil von Festgeld ist deshalb die Garantie: Der Zins steht fest, auch wenn die Banken ihre Tagesgeldzinsen senken. Dem steht der Tagesgeld-Spitzenzins von 4,15 % gegenüber, der allerdings meist befristet ist.

Welche Anlageform passt, hängt vom Anlass ab. Erwartest du im Frühjahr eine Steuernachzahlung, ist Festgeld mit passendem Fälligkeitstermin eine gute Wahl. Weißt du nicht, wann Aufträge hereinkommen oder Ausgaben anstehen, bleibt das Geld besser auf dem Tagesgeld. Hast du einen Überschuss ohne konkretes Ziel, kannst du ihn über eine Zinstreppe verteilen oder langfristig in ein Depot investieren. Und wenn du erwartest, dass die Zinsen weiter steigen, spricht das für kurze Laufzeiten oder Tagesgeld, weil du dann flexibel bleibst.

In der Praxis ist das Tagesgeldkonto oft die Drehscheibe: Wird ein Festgeld fällig, landet das Geld dort, und du verteilst es von dort neu. So behältst du den Überblick und kannst bei jedem Fälligkeitstermin frei entscheiden, ob du erneut bindest, investierst oder das Geld auf dem Tagesgeld lässt.

🚀 Mehr zum Thema

Wie du deinen Notgroschen berechnest und welche Alternativen es für langfristig verfügbares Geld gibt, erfährst du in unseren Ratgebern zu Tagesgeld und Depot.

Festgeldkonto eröffnen: Ablauf und Voraussetzungen

Die Eröffnung läuft ähnlich wie bei einem Tagesgeldkonto und dauert meist wenige Werktage:

  1. Angebot auswählen: Laufzeit, Zins, Sitzland, Einlagensicherung und Zinszahlung vergleichen.
  2. Konto eröffnen: Online-Antrag mit persönlichen Daten, Steuer-ID und Referenzkonto ausfüllen.
  3. Identität bestätigen: per Video-Ident, eID oder Postident, bei manchen Banken auch in der Filiale.
  4. Freistellungsauftrag erteilen: damit keine Steuer einbehalten wird, solange du den Freibetrag nicht ausgeschöpft hast.
  5. Geld einzahlen: Überweise den Anlagebetrag vom Referenzkonto auf das Festgeldkonto, sobald es freigeschaltet ist.

Das brauchst du dafür: einen gültigen Ausweis oder Reisepass, ein Girokonto als Referenzkonto und deine Steuer-ID. Über das Referenzkonto zahlst du ein, und dorthin wird am Ende der Laufzeit auch das Geld überwiesen. Wechselst du während der Laufzeit dein Girokonto, teile das deiner Bank rechtzeitig mit, damit die Auszahlung auf das neue Konto geht.

Das Girokonto als Referenzkonto muss in der Regel auf deinen Namen lauten. Konten Dritter, etwa vom Partner oder Geschäftspartner, akzeptieren Banken meist nicht, weil sie so Geldwäsche verhindern wollen. Bei einem Gemeinschaftskonto gelten die Regeln der Bank. Die Kontoeröffnung dauert meist wenige Werktage. Erst wenn das Konto freigeschaltet ist, kannst du einzahlen, und bei vielen Anbietern beginnt die Verzinsung erst mit dem Geldeingang, nicht mit dem Antrag. Plane das ein, wenn du ein Angebot mit befristeter Zinsaktion nutzen oder das Geld rechtzeitig vor einem Termin binden willst, und eröffne das Konto lieber einige Tage früher.

Ein Geschäftskonto brauchst du für ein Festgeldkonto in der Regel nicht. Die meisten Angebote richten sich an Privatkunden, Kapitalgesellschaften wie GmbH oder UG benötigen meist spezielle Firmenangebote. Prüfe das in den Bedingungen. Speichere nach Abschluss die Vertragsunterlagen und trage das Laufzeitende in deinen Kalender ein, damit du die Wiederanlage rechtzeitig prüfen kannst.

Typische Fehler beim Festgeld und wie du sie vermeidest

  • Zu viel Geld binden: Wer sein gesamtes Erspartes ins Festgeld legt, hat bei einem Engpass keinen Zugriff. Behalte immer einen Notgroschen auf dem Tagesgeld.
  • Die Laufzeit nach dem Zins statt nach dem Bedarf wählen: Ein halber Prozentpunkt mehr Zins gleicht keine Liquiditätslücke aus. Richte die Laufzeit nach deinem Geldbedarf.
  • Das Laufzeitende verpassen: Bei automatischer Verlängerung kann dein Geld zu schlechteren Konditionen weiter gebunden werden. Notiere dir das Datum.
  • Die Zinszahlung ignorieren: Erst am Ende ausgezahlte Zinsen können die Steuerlast in einem Jahr bündeln. Achte darauf, wann der Zins gezahlt wird.
  • Den Steuerabzug übersehen: Bei Banken im Ausland musst du die Zinsen selbst erklären, und Quellensteuer kann anfallen. Prüfe das vor dem Abschluss.
  • Die Einlagensicherung überschreiten: Mehr als 100.000 € pro Bank sind nicht geschützt, und Girokonto und Geschäftskonto zählen mit. Verteile größere Summen.
  • Auf Zinsen weit über dem Markt hereinfallen: Extrem hohe Zinsen deuten auf Risiken hin. Prüfe Bank, Land und Sicherung.

Besonderheiten für Selbstständige in Österreich und der Schweiz

Die Zinsen und Anbieter in diesem Artikel beziehen sich auf den deutschen Markt. Wenn du in Österreich oder der Schweiz lebst, gelten andere Regeln für Steuern und Sicherung. Die folgende Übersicht ersetzt keine Beratung:

  • Österreich: Zinsen aus Bankguthaben unterliegen der Kapitalertragsteuer (KESt) von 25 %, die inländische Banken automatisch abführen. Bei Banken im Ausland musst du die Zinsen selbst erklären. Die Einlagensicherung greift bis 100.000 € pro Kunde und Bank.
  • Schweiz: Zinsen auf Bankguthaben zählen zum steuerpflichtigen Einkommen und müssen in der Steuererklärung angegeben werden. Auf Zinsen schweizerischer Banken wird 35 % Verrechnungssteuer einbehalten, die du dir über die Steuererklärung zurückholst, sofern du die Zinsen korrekt deklarierst. Die Einlagensicherung (esisuisse) deckt Guthaben bis 100.000 CHF pro Kunde und Bank.

Das Zinsniveau unterscheidet sich je nach Währung und Land. Angebote in Franken sind mit Euro-Angeboten nicht vergleichbar, und nicht jede deutsche Bank nimmt Kunden aus Österreich oder der Schweiz auf. Prüfe deshalb vor dem Antrag, ob dein Wohnsitzland unterstützt wird. Bei Anlagen in einer Fremdwährung kommt zusätzlich ein Wechselkursrisiko hinzu, das bei Euro-Festgeld entfällt.

💡 Wohnsitz vor dem Antrag prüfen

Nicht jede Bank eröffnet Festgeldkonten für Kunden aus allen DACH-Ländern. Schau vor der Eröffnung in den Bedingungen nach, ob dein Wohnsitzland unterstützt wird.

Fazit: Festgeld ist ein Werkzeug für planbares Geld

Festgeld ist sicher, einfach und planbar, aber kein Allheilmittel. Für Selbstständige eignet es sich vor allem für Beträge mit klarem Verwendungszeitpunkt: Steuerzahlungen, geplante Investitionen oder Überschüsse, die du einige Jahre nicht brauchst. Der Notgroschen bleibt auf dem Tagesgeld, die langfristige Altersvorsorge gehört in andere Anlageformen. Entscheidend sind die richtige Laufzeit, die Einlagensicherung und die Frage, wann und wie die Zinsen gezahlt und versteuert werden. Eine Zinstreppe macht dich flexibel und nimmt dir die Wette auf die Zinsentwicklung ab.

Die wichtigsten Punkte zum Mitnehmen:

  • Wähle die Laufzeit nach deinem Geldbedarf, nicht nur nach dem Zins.
  • Binde nur Geld, das du während der Laufzeit sicher nicht brauchst, und halte drei bis sechs Monatsausgaben auf dem Tagesgeld.
  • Verteile größere Summen auf mehrere Banken, denn die Einlagensicherung gilt pro Kunde und Bank.
  • Prüfe, wann der Zins gezahlt wird. Jährliche Zahlung kann Steuern sparen, weil du den Freibetrag mehrfach nutzt.

💡 Checkliste vor dem Abschluss

  • ☐ Notgroschen von drei bis sechs Monatsausgaben bleibt verfügbar
  • ☐ Laufzeit passt zum Zeitpunkt, an dem du das Geld brauchst
  • ☐ Zins, Zinszahlung und Mindest-/Höchstanlage geprüft
  • ☐ Einlagensicherung, Sitzland und Sicherungsgrenze kontrolliert
  • ☐ Steuerabzug geklärt (Bank im Inland oder Ausland, Quellensteuer)
  • ☐ Freistellungsauftrag vorbereitet (Steuer-ID griffbereit)
  • ☐ Laufzeitende im Kalender notiert, Wiederanlage nicht automatisch

Häufig gestellte Fragen

Festgeld ist eine Geldanlage bei einer Bank mit fester Laufzeit und festem Zins. Du zahlst den Betrag einmal ein und bekommst am Ende Kapital und Zinsen zurück. Zwischendurch kommst du in der Regel nicht an das Geld.

Die gesetzliche Einlagensicherung schützt Guthaben bis 100.000 € pro Kunde und Bank. Girokonto, Tagesgeld und Festgeld bei derselben Bank werden zusammengerechnet. Größere Summen verteilst du besser auf mehrere Banken.

Zinsen sind Kapitalerträge: 25 % Abgeltungsteuer plus 5,5 % Solidaritätszuschlag, zusammen 26,375 %, bei Kirchensteuerpflicht etwas mehr. Bis 1.000 € im Jahr (2.000 € bei Zusammenveranlagung) bleiben Erträge mit Freistellungsauftrag steuerfrei.

In der Regel nicht. Eine Kündigung aus wichtigem Grund ist nur in Ausnahmefällen möglich, manche Banken bieten eine vorzeitige Auflösung mit Abschlägen an. Lege deshalb nur Geld an, das du während der Laufzeit sicher nicht brauchst.

Als Faustregel gelten drei bis sechs Monatsausgaben als Notgroschen, bei stark schwankenden Einnahmen eher mehr. Dazu kommt eine getrennte Steuerrücklage. Geld, das du erst in einigen Monaten oder Jahren brauchst, kannst du ins Festgeld legen.

Bestes Festgeld
TARGOBANK Festgeld